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Artikelübersicht Terminkalender 2010 Juli Archiv: Juni 2010 |
Repression & GefangeneSeiteninhalt (hide) Für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu-Jamal - Der Kampf geht weiter (Stand: 9.05.)![]() Am 29. April hatten zwei Unterstützer aus Berlin und Heidelberg die Gelegenheit, Mumia für knapp sechs Stunden im Todestrakt vom SCI Greene in Waynesburg zu besuchen. Sie werden in den kommenden Wochen Berichte und Artikel veröffentlichen. Hier nur einige erste Eindrücke: Mumia setzt im momentanen juristischen Abschnitt alles daran, vor eine Jury zu kommen. Natürlich ist ihm bewusst, dass das lediglich in einem begrenzten Verfahren um das Strafmass (Lebenslänglich oder Todesstrafe) möglich wäre. Trotzdem will er die Manipulationen und rassistischen Methoden aufdecken, mit denen er und Hunderttausende anderer Gefangener unschuldig zum Leben in Isolation oder Tod verurteilt wurden und werden. Mumia macht einen äußerst gesunden und starken Eindruck. Er zeigt großes Interesse an globalen politischen Themen. Er bedankte sich mehrfach für die massiv spürbare Unterstützung aus Deutschland, besonders für die vielen Briefe und Postkarten. An seinem Geburtstag erhielt er über 50 allein aus der BRD, an jedem anderen Tag auch zwischen 5 - 10. Neuerdings erreichen ihn Postkarten auch fast ohne Zeitverzögerung. Er sagte, dass die Poststempel in der Regel nicht älter als fünf Tage seien. Starkes Interesse zeigt er an Informationen vom Übergang von Realsozialismus zum Kapitalismus in der ehemaligen DDR und am seitdem erstarkten Neo-Nazismus in der gesamten Bundesrepublik. Mumia erzählte ausführlich über das Gefängnis SCI Greene und gab sehr detaillierte Beschreibungen über den Todestrakt und den Umgang mit den WärterInnen ab. Er beschrieb die extreme Gewalt, die in dieser "Bright Shining Hell" (hell leuchtenden Hölle) vorherrscht. Eine ausführliche Schilderung seiner Zelle, Nahrung, Bekleidung, erlaubter Gebrauchsgegenstände, des Tagesablaufes sowie des Umgangs mit anderen Gefangenen werden in den zukünftigen Berichten enthalten sein. Auch über den Stand der Solidaritätsbewegung und die Frage, wie es von hier aus weitergeht, wurde bei dem Besuch geredet. Mumia hält sich mit Ratschlägen verständlicherweise zurück, hatte aber doch mehrere Anliegen. Er bittet alle, nach ihren Möglichkeiten die unterdrückten Fakten in seinem Verfahren zu verbreiten und den Charakter der rassistischen und politischen Justiz speziell in Philadelphia bekannt zu machen. Er riet UnterstützerInnen, sich nicht zu sehr mit juristischen Details und Widersprüchen der US-Verfassung und ihrer Rechtsauslegung durch Hohe Gerichte zu belasten. Schließlich zeige sein Fall sowie der von Tausenden anderen, was diese Gesetze wert sind, wenn Beschuldigte arm sind und nicht der europäisch-stämmigen Bevölkerungsmehrheit entstammen - nichts. Er betonte wiederholt während des Gespräches, dass niemand die Kraft des organsierten gemeinsamen Handelns unterschätzen sollte. Dass er noch am Leben sei, zeige, zu was organsierte Menschen fähig sind. Auch wenn zahlenmäßig kleine Gruppen dem momentan größten Imperium der Welt dessen innere Widersprüche vorhalten, können sie etwas bewirken. Er sagte ausdrücklich, dass die Bewegung immer ihren eigenen Weg finden muss. Angesprochen auf die beiden derzeit parallel existierenden Petitionen an Obama und Justizminister Holder antwortete Mumia, dass es sehr vernünftig sei, beide zu unterstützen. Soweit einige erste Eindrücke. In der Auswertung des Gespräches sowie weiteren Unterhaltungen mit US-UnterstützerInnen sind auch einige neue Ideen entstanden. Im kommenden Juni Rundbrief, den nächsten Veranstaltungen und Radiosendungen (immer montags, siehe Termine) mehr dazu. Sehr gefreut hat uns, dass sich Anfang Mai viele Menschen an der Unterstützung von Romaine "Chip" Fitzgerald beteiligt haben. Der ehemalige Black Panther Aktivist ist seit über 40 Jahren inhaftiert. Ähnlich wie bei Mumia und vielen anderen politischen Gefangenen in den USA wurde er mit gefälschten Beweisen verurteilt. Er befand sich seit Ende April in einem unbefristeten Ungerstreik, um seine Rückverlegung von der über einjährigen Totalisolation in den "Normalvollzug" zu erkämpfen. Aufgrund zahlreicher Proteste - sowohl aus den USA aber auch aus anderen Ländern - gaben die Gefängnisbehörden nach und Chip konnte seinen Hungerstreik erfolgreich beenden. Um Mumias Geburtstag im April gab es in den USA, Frankreich, der BRD, Mexico und Kanada Veranstaltungen und Proteste. Wir haben einige Links zusammengestellt (siehe "Berichte aus der Bewegung"), konnten aber z.B. nicht von allen Veranstaltungen in Deutschland etwas finden. Berichte aus der Bewegung:
Medien über Mumia:
Aktuelle Materialien / Downloads:
Solidarität mit anderen politischen Gefangenen: Der Kampf gegen die Todesstrafe:
Infos gegen Repression:
Quelle: Berliner Mumia-Bündnis
Quelle: IVK Bremen |